Spätestens seit Anfang 2024 ist in Hattersheim die Auseinandersetzung um Rechenzentren, Flächenverbrauch sowie die Stadtentwicklung anhaltend in den Fokus öffentlichen Interesses
gerückt.
Was mit einer Petition begann, ebnete den Weg für eine organisierte Bürgerinitiative, die sich heute als
Verein kritisch hinsichtlich dieser Themen in kommunale Entscheidungen einmischt.
Die folgenden Beiträge dokumentieren den bisherigen Prozess – von ersten Wortmeldungen über politische Beschlüsse bis hin zu laufenden Verfahren. Zugleich bildet diese Seite auch den Rahmen für
weitere Themen, bei denen Naturerhalt, Stadtentwicklung und kommunale Verantwortung aufeinandertreffen.
Die Einträge sind nach Aktualität sortiert.
31.01.2026 | Frankfurter Neue Presse
"Ionos verzögert Bau in Hattersheim wegen Klage gegen Bebauungsplan"
Trotz dieses scheinbaren Teilerfolgs bleibt die Entwicklung ambivalent: Nur wenige Tage später beginnen auf benachbarten Flächen umfangreiche Bauarbeiten, Wege sind gesperrt, Bagger rollen. Der Ausbau von Rechenzentren schreitet unbeirrt trotz laufender Verfahren und erheblicher Einwände aus der Bürgerschaft voran.
23.05.2024 | Hattersheimer Stadtanzeiger
"Kontroverser Dialog zum Bebauungsplan N116
Bürgerinitiative im Einsatz für Naturerhalt richtete Fragen an Parlamentarier und Stadträte aller Fraktionen"
Im Versuch eines Dialogverfahrens werden durch die BI zentrale Punkte wie Abwärmenutzung, Energiebedarf und Flächenalternativen angesprochen. Verbindliche Zusagen bleiben nicht nur aus, es verfestigt sich auch der Eindruck, dass aktive Beteiligung von Bürgern höchstens begleitend als ernstgenommen und mitgestaltend wirkt.
22.05.2024 | Frankfurter Rundschau
Bürgerinnen und Bürger sorgen sich um Auswirkung der Rechenzentren"
Die außergewöhnlich hohe Beteiligung zeigt den Druck, unter dem die Debatte steht. Bürger sprechen Belastungen offen an – von Flächenverlust bis zu fehlender Transparenz. Dass diese Wortmeldungen und Einwende die Stadt nicht zum Einlenken des eingeschlagenen Kurses bringen, nährt fortwährend Zweifel an einer gewünschten Bürgerbeteiligung sowie deren (gewollter) Wirksamkeit.
16.05.2024 | Hattersheimer Stadtanzeiger
"Mehr als 1.000 Unterschriften gegen weitere Rechenzentren"
Die Übergabe von über 1.000 Unterschriften macht sichtbar, wie breit die Ablehnung in der Bürgerschaft ist. Der Protest wird öffentlich – und lässt sich nicht mehr als Einzelmeinung abtun. Politisch bleibt die Reaktion mehr als verhalten.
15.05.2024 | Frankfurter Rundschau
"Koalition hält an Rechenzentrumsplänen fest
Bürgerinitiative ist von Argumenten nicht überzeugt / Abstimmung heute im Stadtparlament"
Trotz anhaltender Kritik verteidigt die Koalition ihre Linie. Einwände zu Klimaauswirkungen, Flächenverbrauch und Vorbelastung der Stadt werden "zur Kenntnis genommen", führen jedoch zu keiner erkennbaren Neubewertung. Gerade angesichts der bereits hohen Dichte an Rechenzentren in Hattersheim wirkt der politische Umgang mit Alternativen und Grenzen ernüchternd randständig.
28.04.2024 | Frankfurter Neue Presse
"BI kämpft gegen neue Rechenzentren -
Anwohner sammeln Unterschriften gegen Data-Campus am Friedhof"
Der Artikel beschreibt den Moment, in dem aus individueller Betroffenheit organisierter Widerstand wird. Spürbar wird dabei ein Grundkonflikt, der die weitere Entwicklung prägt: Beteiligung findet zwar statt, doch viele Anliegen der Bürgerschaft schlagen sich nicht in politischen Kursänderungen nieder.
06.02.2024 | Frankfurter Rundschau
Anwohnerin initiiert Petition gegen Rechenzentren im Gewerbegebiet Nord"
Mit der privat initiierten Petition wird die Debatte um (weitere) Rechenzentren in Hattersheim erstmals breit öffentlich.
Dieser Zeitpunkt gilt als Auslöser der öffentlichen Mobilisierung und markiert den Beginn der organisierten Bürgerinitiative.
20.02.2025 | Hattersheimer Stadtanzeiger
"... und am Ende fallen die Bäume"
Der Beitrag greift die brachiale Fällung zahlreicher Bäume im Zusammenhang mit kommunalen Bauvorhaben auf und macht deutlich, wie häufig ökologische Belange erst dann ernsthaft diskutiert werden, wenn Entscheidungen faktisch bereits vorbereitet sind. Das Abwägen wirkt weniger wie ein offener Prozess als wie die formale Begleitung eines vorgezeichneten Ergebnisses.
Gerade hierin zeigt sich ein wiederkehrendes Muster kommunaler Planung: Natur- und Klimaschutz werden benannt, stehen in der konkreten Umsetzung jedoch oft hinter wirtschaftlichen oder infrastrukturellen Prioritäten zurück.
Unser Engagement beschränkt sich deshalb nicht auf Rechenzentren – es richtet sich überall dort hin, wo Stadtentwicklung und Naturerhalt spürbar auseinanderdriften.
08.02.2024 | Hattersheimer Stadtanzeiger
"Ja zum Erhalt unserer Grünflächen, nein zu weiteren Rechenzentren"
Der Leserbrief von Svenja Stöbbe - als Teil ihrer Petition - bündelt persönliche Betroffenheit und fachliche Einwände. Er steht stellvertretend für viele Stimmen, die den Verlust von Grünflächen und Lebensqualität thematisieren. Die Resonanz zeigt, wie groß der Bedarf nach öffentlicher Auseinandersetzung ist.
Ausgangspunkt vieler öffentlicher Beiträge war die auf Change.org veröffentlichte Petition
JA zum Erhalt unserer Grünflächen in Hattersheim!
NEIN zu weiteren Rechenzentren!
Innerhalb kurzer Zeit fand sie breite Unterstützung bei vielen Mitbürgern und bildete die Grundlage für weitere Gespräche, Einwendungen und politische Auseinandersetzungen.
Trotz fast 4.700 Menschen, die die Petition unterzeichneten und die Wichtigkeit sowie Dringlichkeit des Erhalts von Grünflächen dort kommentierten, wurde ihre Verifikation von der zum Zeitpunkt amtierenden Koalition angezweifelt, anstatt die Wünsche und Sorgen der Bürger ernst zu nehmen und auf diese einzugehen.